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Aktuelles
Projekt - die Missionsstationen
Dornfeld,
Aminuis u. Epukiro in Namibia
Der
Bericht des reisefreudigen Zahnarztes Dr. Fritz Müller beschreibt
die Situation in Dornfeld, Namibia bei seiner Ankunft 1988 wie folgt:
"Während zum Schulbeginn an die 1.000 Kinder mit
Eselskarren und Lastwagen von den oft weit entfernten Farmen angeliefert
wurden, konnte ich in aller Ruhe und Sorgfalt in der "Siekekammer"
mein Behandlungszimmer einrichten."
In über 20 Jahren
hat sich dort vieles verändert.
Dornfeld
- Namibia

Angeregt
durch die Schilderungen von Dr. Fritz Müller ist seit Vereinsgründung
im Jahr 1993 die Missions-Station Dornfeld mit ihren Außenstellen
Aminuis und Epukiro Haupteinsatzgebiet des Vereins.
2000 Farmer-Kinder sind dort in den Internats-Schulen und werden
durch Zahnärztinnen und Zahnärzte von Afrodent behandelt.
"Ich bitte Sie und Afrodent dringend",
so schreibt im Jahr 2000 der damalige Leiter der Missionsstation,
Dr.Pöllitzer an Dr. Ingrid Schuster "jedes Jahr
jemanden zu schicken - vielleicht zwei oder auch drei Ärzte".
2007 erhielt
Dornfeld als Spende von Sirona eine vormalige
Behandlung mit komplette Dentaleinheit FONA- A1 installiert.
Transcare-koffer
Äthiopien
- "Menschen für Menschen" (wird nicht weiter verfolgt)
Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe
"Menschen für Menschen" zählt sicher zu den
erfolgreichsten und populärsten Modellen nichtstaatlicher Hilfe
für Afrika. In fünf großen Regionen Äthiopiens
wurden Hilfsprojekte eingerichtet, von denen unmittelbar 1,5 Millionen
Menschen profitieren.
Afrodent ist stolz darauf, in zwei
von diesen Projekten im Jahr 1997 mitgearbeitet zu haben. Tagelang
führte die Gründerin von Afrodent, Dr. Ingrid Schuster,
in Illubabor und Merhabete nur Extraktionen durch, um von aktuellen
Schmerzen zu befreien. Es wurden aber auch wertvolle Beratungs-dienste
bei der Einrichtung einer Dentalklinik erbracht. In Illubabor steht
heute eine Afrodent-Behandlungseinheit.
Dem Verein und
Frau Dr. Ingrid Schuster dankte Karlheinz Böhm
u.a. mit folgendem Schreiben:
"Wie ich von meinen Projektleitern in Illubabor
und Merhabete hörte, haben Sie dort großartige zahnmedizinische
Arbeit erbracht und somit vielen Menschen eine Hilfeleistung gewährt,
die sie anderweitig nicht hätten bekommen können".
Bei
den Benediktinern in Tanzania (wird nicht weiter verfolgt)
Benediktinerabteien in
Missionsgebieten sind grundsätz-lich nicht nur kirchliche Einrichtungen,
sondern insbeson-dere was Handwerk und Landwirtschaft anbelangt
auch wirtschaftlich florierende Unternehmen. Dies gilt sicher auch
für Peramiho im Süden Tanzanias. In einer vorbildlich
eingerichteten Dentalklinik bot Afrodent im Jahr 2001 über
den Jahreswechsel wertvolle Entlastung für den dort tätigen
Zahnarzt. Bei strapaziösen klimatischen Bedingungen konnten
täglich 30 Patienten, darunter viele Kinder, behandelt
werden.
SEKEM
in der Wüste Ägyptens (von Dr. Ingrid Schuster betreut)
Das Ziel von SEKEM ist, eine praktische Entwicklungshilfe, im Sinne
einer Hilfe zur Selbsthilfe für die in weiten Kreisen an der
Armutsgrenze lebende Bevölkerung in Ägypten aufzubauen.
Wirtschaftliche, kulturelle und soziale Prozesse sollen in ihrer
gegenseitigen Durchdringung einen Weg tragfähiger gesellschaftlicher
Entwicklung aufzeigen. Hierdurch soll ein exemplarisches Modell
für die Gesellschaft Ägyptens in praktischer Umsetzung
der Idee der sozialen Dreigliederung Rudolf Steiners entstehen.
Im Dezember 2003 wurde der "Alternative Nobelpreis"
an die SEKEM - Initiative verliehen.
Afrodent (Dr.
Ingrid Schuster) war im Dezember 2005, 2006 u. 2007 im
SEKEM - Medical Center
tätig. Von dort aus wird die medizinische Versorgung der Mitarbeiter
und Schüler der Farm (zirka. 1.000 Menschen) und der ländlichen
Bevölkerung in der weiteren Umgebung (zirka 15.000 Menschen)
sichergestellt.
Was ist SEKEM?
Dr. Ibrahim
Abouleish, Juni 2007 :
Wenn
ich sage, SEKEM ist eine ganzheitliche Entwicklungsinitiative, dann
denkt man, dass es sich um einige soziale Einrichtungen handelt,
die irgendwie finanziert werden. Wenn ich sage, dass SEKEM aus erfolgreichen
Unternehmen besteht, dann trifft das zu, aber nicht ausschließlich.
Ich könnte auch sagen : SEKEM ist eine politische Initiative,
eine Forschungsinitiative, eine Bildungsinitiative. Das ist alles
richtig, und es ist doch nicht das, was Sekem ist...SEKEM ist
der Zusammenklang, das Zusammenspielen von allen diesen Bereichen,
ähnlich einer Symphonie, wo jeder seinen Beitragt zum Ganzen
leistet, im Wissen darum, dass Komponist, Dirigent und Spieler einer
übergeordneten Sache dienen.
Dr. Ingrid Schuster:
Bericht über meine Zeit in Sekem.
Durch den Kollegen, Herrn
Dr. Brandt, der für Afrodent im Jahr 2004 in Dornfeld tätig
war, erfuhr ich von Sekem. Er selbst hat dort schon 12 mal gearbeitet.
Ich wurde neugierig und konnte auf einer Veranstaltung der Schweissfurtstiftung
(Hermannsdorfer) einen Vortrag über Sekem von Dr. Abouleish
besuchen. Bei dieser Gelegenheit leitete Dr. Brandt für mich
den Kontakt zu Sekem in die Wege. Ich fuhr also im Dezember 2005
nach Sekem, um dort für 3 Wochen zahnärztlich zu arbeiten
Am Flughafen Kairo wurde
ich zusammen mit einem Vertreter der Fa. Lehmann aus Duisburg (Obst-und
Gemüse-Import-Export) abgeholt. Wir erreichten nach einer Stunde
Autofahrt in nordöstlicher Richtung Sekem. Im wunderschönen
Stammhaus erwarteten uns Dr. Abouleish und seine engsten Mitarbeiter.
Zu meiner Verwunderung wurde nun der Herr der Fa. Lehmann gebeten,
etwas über die Philosophie seines Unternehmens zu erzählen.
Er berichtete, wie er einst beim Preisvergleich handelsüblicher
und überteuerter, aber fauliger Ökobananen den Entschluß
fasste, ökologisches Obst und Gemüse zu erschwinglichen
Preisen auf den Markt zu bringen. Deshalb sollte nun der Repräsentant
der Fa. Lehmann in Sekem biolog.-dynam. Kartoffeln für die
europäischen Supermärkte ordern. Das war mein erster Eindruck
von Sekem.
Am nächsten Tag begann
ich nach dem allgemeinen Morgengebet meine Arbeit im Kindergarten
des Medical Center von Sekem, einer Poliklinik, die sich um die
medizinische Versorgung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von
Sekem, sowie der ländlichen Bevölkerung aus der näheren
Umgebung kümmert. Die voll ausge-stattete Zahnarztpraxis wird
zu diesem Zweck von zwei ägptischen Zahnärzten im Wechsel
betrieben. Meine Aufgabe sollte sein, die Untersuchung und Behandlung
der Kinder des Kindergartens, der Schulen und der heilpädagogischen
Einrich-tung , sowie der Kamillenkinder durchzuführen. Diese
KamillenkKinder stammen aus ärmsten Verhältnissen und
verrichten leichte Arbeiten, wie das Pflücken von Kamillenblüten
und erhalten dafür Lohn und eine Grundschulausbildung. Diese
Kinder sind krankenversichert. Die Versicherung bezahlt aber nur
eine Füllung pro Tag. Der Zustand des Milch-und Wechselgebisses
ist sehr schlecht, trotz der ausgewogenen Ernährung in Sekem,
denn leider bekommen die Kinder zuhause stark gesüßten
Tee und sonstiges zuckerhaltiges Junkfood. Ich hätte gerne
mehr Sanierungen durchgeführt, aber leider gab es Probleme
mit der Organisation: entweder war die Praxis mit erwachsenen Patienten
besetzt oder die Kinder konnten wegen anderer Aufgaben nicht erscheinen.
So entstand oft frustrierender Leerlauf. Nichts desto trotz bin
ich 2007/08 wieder nach Sekem geflogen, um die Behandlung weiterzuführen
und beabsichtige dies auch 2008/09 wieder zu tun. Sekem ist ein
Paradies - inmitten von Chaos. Der Aufenthalt dort bringt neben
der Freude am Arbeiten, auch Genuss an den vielen kulturellen Veranstaltungen,
wie Musik, Theater, Vorträge und Kurse, neue Ideen - in jeder
Beziehung eine große Bereicherung für Geist und Seele.
In diesem Jahr ist 2 Autostunden
nördlich von Sekem ein weiteres Sekem gegründet worden.
Ich bin gespannt, dorthin zu fahren und vielleicht an der Gestaltung
dieser neuen Einrichtung mithelfen zu können.
Literatur: Sekem.
Im Puls der Zukunft.
Wie eine Vision Ägypten
verändert
von Daniel Baumgartner
und Michael Bader Pforte Verlag
P.S. Leider
mußte Frau Dr. Schuster den Sekem-Aufenthalt 2008 u. 2009
aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig absagen, war aber
Ostern 2010 wieder dort tätig. (SW)
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